Rouven Schröder hat seinen ersten Neuzugang für Borussia Mönchengladbach perfekt gemacht: Kota Takai. Der japanische Innenverteidiger verstärkt die Fohlenelf für ein halbes Jahr auf Leihbasis. Nach Informationen der Rheinischen Post besitzt der Verein dabei eine Kaufoption.
Der 21-Jährige wechselte im Sommer 2025 erstmals nach Europa und schloss sich Tottenham Hotspur an. Zu einem Einsatz kam er dort allerdings nicht – eine Fußverletzung hielt ihn 13 Pflichtspiele außer Gefecht (Quelle: Transfermarkt.de). Dass Borussia Mönchengladbach bereits 2025 Interesse an Takai zeigte, ist öffentlich bekannt. Womöglich öffnete sich die Tür für einen Transfer nun auch aufgrund seiner fehlenden Spielpraxis in England.
Im folgenden Scouting-Bericht werden Takais Spielweise sowie seine Stärken und Schwächen beleuchtet – von Deniz Güler (@denizguelr).
Allgemeine Daten
Position: Innenverteidigung
Größe: 1,92 m
Gewicht: 84 kg (Quelle: Wyscout)
Starker Fuß: Rechts
Alter: 21 Jahre (geb. 04.09.2004)
Bisherige Einsätze:
– 60 Spiele in der J1 League
– 13 Spiele in der AFC Champions League
– 22 sonstige Spiele
Takais Defensivspiel: Wie verteidigt der Neuzugang?
Aktives Verteidigungsspiel
Kota Takai ist ein Spielertyp, der aktiv verteidigt. Im Kontext eines Innenverteidigers ist der 21-Jährige also jemand, der pro-aktiv antizipiert. So ließt er möglichst früh Gegenspieler, Raum und Ball – sodass er gegnerische Passoptionen schnell erkennt und Pässe abfängt. Der aktive Stil drückt sich auch in seiner Zweikampfführung aus: Der 1,92m große Takai verteidigt im direkten Duell aggressiv und geht dabei stets auf den direkten Ballgewinn. Es gibt Innenverteidiger, die Zweikämpfe eher passiv führen und ihre Gegenspieler in schlechtere Winkel „begleiten“, um Fehler durch Gegebenheiten zu provozieren – so, wie Nico Elvedi beispielsweise. Kota Takai ist das nicht. Er glänzt mit seiner Aggressivität und seinen großen Schritten; ist jedoch von seiner Statur aus anfällig gegen Dribbler, die einen niedrigen Körperschwerpunkt haben.
Taktisches Spielverständnis
In seinem Verteidigungsstil glänzt Takai nicht nur mit seiner Aggressivität, sondern auch mit einer taktischen Spielnote. So kontrolliert er gerne den Raum, eher er auf den gegnerischen Stürmer rausschießt. Sind die vertikalen Pressingwege zu lang, setzt sich der Innenverteidiger im Zweifel eher ab und nimmt Tiefenlaufwege auf, die der Gegner mit seinen Mitspielern in Passskombinationen versucht zu attackieren.
So erkennt er durch seine Übersicht schnell, ob er sich in Unter-/ Über- oder Gleichzahlsituationen befindet. Unterzahlsituationen verteidigt Takai im Raum und lenkt dabei Gegner und Pässe auf die äußere Bahn – also vom Tor weg – um selbst in der Innenlinie verteidigen zu können. Takai agiert also typisch für die japanische Fußballschule und deren Ausbildung: taktisch sauber.
Stärken im Defensivspiel: Was bringt Kota Takai mit?
Endgeschwindigkeit
Ein subjektives Themengebiet, weil keine öffentlichen Daten dazu bekannt sind. Für meinen Eindruck ist Takai im Antritt eher träge, was für einen 1,92m langen Spieler recht typisch ist. Jedoch glänzt Takai mit seiner Endgeschwindigkeit. Dafür benötigt es also eine gewisse Laufstrecke, damit der Innenverteidiger seine PS auf die Straße bringen kann, welche zum Beispiel bei einer hohen Verteidigungslinie zum Ausdruck gebracht wird. Borussias Spiel unter Trainer Eugen Polanski ist das aktuell nicht, sodass sein fehlender Antritt eher kein Faktor sein wird.
Lufthoheit
In der Luft ist Takai eine völlige Macht. Seine Kernkompetenz. Seine Körperlänge von 1,92m kombiniert der Innenverteidiger mit einer beeindruckenden Sprungkraft, mit der er sich absetzen kann. Dazu stabilisiert sich Takai durch seine Körperbalance in der Luft wirklich beeindruckend. Im Gesamtpaket Körpergröße, Absprung und Balance in der Luft gewinnt die Borussia also einen physischen Innenverteidiger.
Kopfballtechnik
Seine eben beschriebenen Stärken sind prädestiniert dafür, um bei offensiven Standards ein Zielspieler zu sein. Dadurch, dass der Innenverteidiger seine Körperbalance in der Luft sehr gut steuert, kann Takai seinen Kopfbällen den nötigen Druck verleihen, um torgefährlich abzuschließen.
Stärken am Ball: Takais Dynamik und Technik
Kota Takai glänzt mit seiner Ruhe am Ball. Diese ermöglicht es ihm, stets die Übersicht über die Situation und das Spielfeld zu haben. Insbesondere unter hohem Gegnerdruck ist der 21-jährige jemand, der stets eine Lösung parat hat. So zum Beispiel ist er in der Lage, den weiten Diagonalball auf den ballfernen Flügel zu spielen. Seine Technik und Übersicht am Ball kombiniert Takai mit einer Portion Mut, um unter Druck auch ambitionierte Passoptionen bespielen zu können. Genauer formuliert: Sein Werkzeugkasten ist die Basis dafür, dass er überhaupt die Möglichkeit besitzt, die Pässe unter Druck – bspw. ins Zentrum hinein – zu bespielen. Selbst, wenn es keine direkten Passoptionen gibt, verliert Takai den Ball selten.
Sicherlich kommt ihm im Passspiel zu Gute, dass er generell eine gute Technik hat. Vor allem der erste Kontakt ist meist sauber, sodass sich Takai damit selbst alle Möglichkeiten offen lässt, wohin der Pass gespielt werden kann.
Seine größte Stärke ist jedoch seine Dynamik am Ball. Der Innenverteidiger profitiert im Ballbesitz extrem davon, sodass er gerne mit Ball andribbelt, um Raum und Gegenspieler zu attackieren. So ist Takai also ein Spielertyp, der den Ball schleppt und trägt, um Progressivität zu schaffen.
Entwicklungsbedürftige Bereiche: Wahrnehmung und Orientierung auf dem Spielfeld
Typisch, für einen jungen Innenverteidiger, hat Takai noch entwicklungsbedürftige Themen, die sich um seine Orientierung auf dem Spielfeld drehen. So ist der Neuzugang der Fohlen zu stark auf den Ball fokussiert, und nimmt dadurch wenige Dinge um sich herum wahr. Typisch ist es auch deshalb, weil Takai ein aktiver Verteidiger ist, der stets den Ballgewinn – bei Möglichkeit – forciert. Dadurch ist das „Ball watching“ eine Konsequenz daraus, wie er das Defensivspiel führt. Allerdings, und das trifft Gladbach in ihrer tieferen Verteidigungsart vor allem, muss Takai an seiner Wahrnehumg arbeiten; Daran was um ihn herum – zum Beispiel im Rücken – passiert, um frühzeitig Positionen einnehmen zu können, die bspw. dabei helfen, gegnerische Flanken und somit Stürmer in der Box verteidigen zu können.
Moderner Innenverteidiger, der Borussias Kader im Profil ergänzt
Sportchef Rouven Schröder hat mit Kota Takai einen Innenverteidiger verpflichtet, der allein durch sein Alter von 21 Jahren erhebliches Entwicklungspotenzial mitbringt. Die Möglichkeit einer Kaufoption macht den Deal zusätzlich attraktiv, um sich perspektivisch einen steigenden Marktwert zu sichern.
Inhaltlich bekommt die Borussia einen physisch starken Innenverteidiger, der ein überzeugendes Gesamtpaket aus Spielintelligenz, ballbesitzorientierte Stärken und solidem Tempo mitbringt – kurz: einen modernen Innenverteidiger. Im direkten Vergleich mit dem aktuellen Kader wird deutlich, wie gut Takai das Profil der Defensive erweitert: Marvin Friedrich ist zwar ebenfalls physisch präsent, weist aber in anderen Spielsituationen Schwächen auf. Fabio Chiarodia ist von der Körperstatur mit Takai vergleichbar, agiert in seinem Defensivspiel jedoch weniger physisch und aggressiv als der Neuzugang aus England. In der Dreierkette mit Diks und Elvedi schließt Takai somit eine wichtige Profillücke.
Die entscheidende Frage wird sein, wie schnell der 21-Jährige, der ohne Spielpraxis in Europa ankommt, in Mannschaft und Liga integriert werden kann. Aufgrund seiner Anlagen und Grundqualitäten traue ich ihm jedoch zu, dass er sich frühzeitig in die Bundesliga eingewöhnen und mit den physischen Stürmern dieser Liga mithalten kann.
Eine Analyse von Deniz Güler (@denizguelr).

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