Paul Simonis: Endlich der passende Trainer für die Wölfe?

Paul Simonis etablierte sich in seiner ersten Saison als Cheftrainer bei Go Ahead Eagles als einer der bemerkenswertesten Newcomer im niederländischen Profifußball. Mit einem siebten Tabellenplatz und einem beeindruckenden Punkteschnitt von 1,63 übertraf er sämtliche Erwartungen an den Eredivisie-Aufsteiger. Der Höhepunkt seiner Debütsaison war jedoch der historische Pokalsieg, bei dem seine Mannschaft im Halbfinale sogar den Meister PSV Eindhoven mit 2:1 bezwang. Diese Erfolge in seinem ersten Jahr als Cheftrainer unterstreichen Simonis‘ Talent und seine Fähigkeit, ein Team zu formen, das über seine individuellen Möglichkeiten hinauswächst.

Der Wechsel zum VfL Wolfsburg markiert nun einen Karriereschritt für den jungen Trainer. In der Autostadt trifft er auf ein spezielles Umfeld, in dem die Finanz- und Wirtschaftsstärke des Vereins in einem deutlichen Kontrast zur spielerisch tristen Vergangenheit der letzten Jahre steht.

Was der VfL Wolfsburg von Paul Simonis erwarten darf, erfahrt ihr von Deniz Güler.

Ballbesitzfußball unter Paul Simonis bei Go Ahead Eagles – 24/25

Grundlegende taktische Philosophie

Paul Simonis etablierte in seiner ersten Saison als Cheftrainer bei Go Ahead Eagles einen strukturierten Ballbesitzfußball, der sich durch weiträumige Staffelungen und einem abwechselndem Spiel zwischen früher Vertikalität und horizontaler Ballkontrolle abwechselt. Mit einem Ballbesitzanteil von 51,2% (Platz 7 der Liga) und lediglich 99,9 Ballverlusten pro Spiel (Platz 3) demonstrierte sein Team eine enorme Ballsicherheit. Die taktische Flexibilität zeigt sich besonders in den unterschiedlichen Formationsstaffelungen je nach Spielsituation.

Strukturelle Grundprinzipien

Die Formation von Simonis basiert auf dem Konzept des einfach-besetzten Flügels, wobei klassische Außenverteidiger die Breite besetzen, während die Flügelspieler konsequent eingerückt agieren. Diese Grundkonstellation ermöglicht es, verschiedene Staffelungen zu kreieren und den Gegner durch Überladungen in letzter Linie oder auch im Zwischenlinienraum zu überfordern.

Tiefer Aufbau: 4-2-3-1 Staffelung

Tiefer Aufbau unter Paul Simonis – Videoquelle: Wyscout

Im tiefen Aufbauspiel nutzt Go Ahead Eagles eine 4-2-3-1 Grundformation. Das Team versucht das gegnerische Pressing durch geduldige horizontale Zirkulation über die Abwehrkette und den Torwart zu brechen. Diese Strategie zielt darauf ab, den Gegner durch Ballbewegung zu ermüden, sodass Räume für das Vorrücken entstehen.

Bei intensivem gegnerischen Pressing und kompletter Manndeckung wechselt das Team die Strategie und forciert bewusst frühe lange Bälle auf die Stürmer. Über 4-2-1-3 Staffelungen rücken sie im Zentrum nach, um anschließend ihre Flügelspieler in der Tiefe einzusetzen.

4-2-1-3 Staffelung bei langen Bällen unter Druck – Bildquelle: Wyscout

Die Positionierung ist dabei klar definiert: Die Außenverteidiger stehen auf Höhe der Innenverteidiger, während die Flügelstürmer im Halbraum agieren. Ein entscheidender Trigger ist der Ball auf den Außenverteidiger – dieser signalisiert den Flügelstürmern sofort tororientierte Tiefenwege zu starten.

Generell sind lange Bälle ein Stilmittel der Mannschaft von Paul Simonis. Direkte Tiefe erfolgt meist über die Breitengeber, die hinter die Abwehrkette des Gegners laufen. Bietet der Gegner genug Tiefe an, spielt man diese Bälle sehr zügig vor. Einzelne Nachrückbewegungen im Zentrum sind typisch, um Ablagen des Stürmers zu verwerten. Ist die direkte Tiefe mit Gesicht zum Tor hinter die Kette des Breitengebers möglich, so folgt am ballfernen Pfosten der zweite Lauf – um horizontal passen zu können.

Tiefe – Videoquelle: Wyscout

Hoher Aufbau: 2-2-2-4 Staffelung

Aufbauspiel in höheren Zonen – Videoquelle: Wyscout

Im hohen Aufbauspiel transformiert sich das System zu einer 2-2-2-4 Staffelung. Die Außenverteidiger positionieren sich in der letzten Linie, während die Innenverteidiger breit splitten. Das Herzstück dieser Formation bilden die beiden Sechser mit ihren rotierenden Staffelungen.

Rotierende Sechser-Staffelungen

Die Sechser interpretieren ihre Positionierung flexibel: Manchmal stehen sie horizontal flach im 1-1, was gemeinsam mit den Innenverteidigern eine 2-2 Staffelung schafft. Alternativ formieren sie sich im 3-1, wobei einer der beiden Sechser seitlich abkippt. Diese Winkelbildung ermöglicht es, das gegnerische Pressing systematisch zu überspielen.

Staffelung Aufbauspiel – Bildquelle: Wyscout

Die Sechser bestimmen den Rhythmus im Zentrum und haben häufig Ballkontakt. Sie sind kontinuierlich bemüht, vertikale Bälle durchzuspielen und den Übergang ins letzte Drittel zu orchestrieren.

Positionierung der Offensivreihen

Die nominellen Flügelspieler, die in der Staffelung zu Zehner werden orientieren sich im Halbraum und justieren ihre Höhe kontinuierlich weiter in die letzte Linie. Die gesamte letzte Linie steht maximal hoch und flach, um tiefe Laufwege hinter die gegnerische Kette vorzubereiten.

Flache Staffelung der letzten Linie – Bildquelle: Wyscout

Alternativ können sie sich von der letzten Linie weg bewegen und somit zentrale Überladungen im Mittelfeld schaffen. Durch die Tiefe der anderen, drücken sie die gegnerische Abwehrkette, sodass ihre Zehner in größeren Zwischenlinien und in Überzahl gefunden werden können.

Spiel im letzten Drittel: Überladung und Raumkreation

Dreiecksbildung und gegenläufige Bewegungen für diagonale Verbindungen – Videoquelle: Wyscout

Im finalen Drittel behält Go Ahead Eagles die 2-2-2-4 Staffelung bei, verfeinert jedoch die Positionierung für maximale Durchschlagskraft. Die Außenverteidiger schieben in die letzte Linie vor, wodurch gemeinsam mit den vier Angreifern und den beiden hoch positionierten Zehnern eine Überladung mit sechs Spielern in der letzten Linie entsteht.

Prinzip der minimalen Breite

Die Außenverteidiger agieren nach dem Prinzip der minimalen Breite – sie positionieren sich nur so breit wie unbedingt nötig. Diese Kompaktheit ermöglicht es, mit dem Zehner und einem Stürmer zu dritt den Halbraum zu überladen.

Minimale Breite und Überladungen – Bildquelle: Wyscout

Raumkreation durch Bewegung

Durch gegenläufige Bewegungen in lokalen Zonen ziehen sie systematisch die Tiefe frei, indem sie die gegnerischen Innenverteidiger aus ihrer Position locken. In diesen Momenten spielt einer der beiden Sechser einen präzisen langen Ball hinter die Abwehrkette.

Präsenz in der Box

Die Attacke auf den Strafraum erfolgt mit mindestens fünf Spielern, die sämtliche kritischen Zonen besetzen: ersten und zweiten Pfosten, Rückraum sowie die Breite. Diese systematische Raumbesetzung maximiert die Torchancen und erklärt die starken Offensivwerte von 20,4 Ballkontakten in der Box pro Spiel (Platz 5).

Spiel um und im Strafraum – Videoquelle: Wyscout

Statistische Untermauerung

Die Effektivität von Simonis‘ Ballbesitzfußball spiegelt sich in den Statistiken wider: 413 Pässe pro Spiel (Platz 7) bei einer Passgenauigkeit von 83,2% (Platz 7) und einer beeindruckenden Anzahl von 47,8 langen Pässen pro Spiel (Platz 1). Mit einem xG-Wert von 59,6 (Platz 6) und einem xG pro Schuss von 0,136 (Platz 3) demonstriert das Team hohe Chancenqualität, was letztendlich zu 57 Toren in der Saison führte.

Defensivspiel unter Paul Simonis bei Go Ahead Eagles – 24/25

Grundlegende defensive Philosophie

Blockverhalten – Videoquelle: Wyscout

Das Defensivkonzept von Paul Simonis bei Go Ahead Eagles basiert auf dem Grundsatz „Raumkontrolle vor Ballgewinn“. Mit einem PPDA-Wert von 14.1 (Platz 16) und einer Challenge Intensity von 5.0 (Platz 13) präferiert das Team einen passiven, raumorientierten Defensivansatz. Diese Philosophie manifestiert sich in drei unterschiedlichen Pressingphasen, wobei das Mittelfeldpressing in Kombination mit dem tiefen Blockverhalten das Herzstück der defensiven Struktur bildet.

Mittelfeldpressing: 4-4-2 / 4-2-2-2 Formation mit Zentrumsverdichtung

Staffelung der Stürmerformation

Im Mittelfeldpressing formiert sich Go Ahead Eagles in einer 4-4-2 /4-2-2-2 Grundordnung – je nach Aufbaustruktur des Gegners. Die beiden Stürmer sind darauf bedacht, zentrumsverdichtend gestaffelt zu sein und positionieren sich in einem diagonalen Winkel zueinander. Diese Anordnung ermöglicht ihnen, mehrere Ebenen gleichzeitig zu verteidigen und durch mannorientiertes Verhalten einen gegnerischen Sechser zu schließen.

Flügelspieler im Halbraum

Die beiden Flügelspieler stehen in einer horizontalen Linie flach und verteidigen konsequent den Halbraum. Ihr primäres Ziel ist es, vertikale Anspiele der gegnerischen Innenverteidiger zu verhindern. Denn im Block schließen sie das Zentrum und durch die Positionierungen zwingt die Elf von Simonis den Gegner, seine Angriffe über die Außenbahnen zu entwickeln.

Passive Sechser

Die Sechser agieren bewusst passiv und sind darauf bedacht, den Raum zu schützen, indem sie ihre Position halten. Lenkt das Team den Gegner – durch die Kompaktheit im Zentrum – auf die Flügel, rücken die Sechser nicht nach. Sie halten ihre Position, um die Abwehrkette zu schützen und gegebenenfalls Tiefenläufe aufzunehmen. Diese Strategie akzeptiert bewusst, dass der Gegner durch Abkippbewegungen den Ballbesitz sichern kann, folgt jedoch dem Leitsatz der Raumkontrolle vor Ballgewinn.

Pressingauslöser und Zuordnungsverhalten

Klare Rückpässe oder horizontale Pässe fungieren als Pressingauslöser. Ist die Zuordnung gegeben, presst das Team diese Pässe sofort. Im hinteren Block gehen alle Spieler in eine Mannorientierung über, um direkten Zugriff zu besitzen. Generell sind diese Momente jedoch ausgewählt und folgen erst, wenn die gegnerische Situation klar und übersichtlich einschzuschätzen ist.

Pressingauslöser – Videoquelle: Wyscout

Abwehrverhalten bei Flügelangriffen

Die Abwehr steht horizontal kompakt, wobei im tiefen Block die Flügelspieler die seitlichen Pressingwege auf die Flügel übernehmen. Schiebt der Gegner auf den Flügel durch, gleichen die Außenverteidiger die Situation numerisch aus. Die Innenverteidiger agieren sehr positionstreu und decken ihre Stürmer, sodass entstehende Lücken in der Schnittstelle der Abwehr von den ballnahen Sechsern aufgefüllt werden, wenn Gegenspieler diese Räume attackieren.

Abwehrpressing: Schneller Rückzug und Kompaktheit

Übergang in den tiefen Block

Umschaltverhalten nach Ballverlust – Sofort zurück in den Block – Videoquelle: Wyscout

Die Elf von Simonis ist eine Mannschaft, die schnell in einen tiefen Block fällt. Das Team verfügt über ein zuverlässiges Rücklaufverhalten nach Ballverlust, um zügig mit zehn Feldspielern hinter dem Ball zu agieren und in engen Räumen extreme Kompaktheit herzustellen.

Zentrumsverdichtung und Flügellenkung

Unter der Prämisse, das Zentrum zu verdichten, lenkt das Team die Gegner systematisch auf die Flügel. Dort führen Simonis Flügelspieler Zweikämpfe mit den gegnerischen Breitengebern. Diese Taktik ermöglicht es dem nominellen Außenverteidiger, eine tiefere Position im Halbraum einzunehmen und die eigene Box zu verteidigen.

Struktur im Block – Bildquelle: Wyscout

Angriffspressing: Strukturelle Limitationen

Problematik der 4-4-2 Staffelung

Im Angriffspressing offenbaren sich strukturelle Schwächen des Systems. Die 4-4-2 Staffelung ist sehr flach und umfasst lediglich drei Linien, sodass der Gegner viele Zwischenlinien besetzen kann. Diese Formation erschwert ein effektives hohes Pressing erheblich.

Mittelfeld-Unterzahl und taktische Entscheidungen

Das Mittelfeld ist lediglich mit zwei Spielern besetzt und leidet chronisch an einer numerischen Unterzahl. Das Team muss sich entscheiden, ob es mit der Doppel-Sechs hoch stellt und im hinteren Block Zwischenlinienpräsenz aufgibt, oder ob es diese behält und im vorderen Pressingblock eine Unterzahl eingeht.

Paul Simonis neigt dazu, die letztere Variante zu bevorzugen, wodurch die Sechser weite Pressingwege vertikal gehen müssen. Durch den fehlenden Zugriff können sich die Gegner leicht vom Pressingdruck befreien, sodass Go Ahead Eagles in der Folge fallen muss. Diese strukturelle Schwäche erklärt auch den hohen PPDA-Wert, der die Häufigkeit des passiven Verteidigens im Block widerspiegelt.

Statistische Einordnung und Bewertung

Die defensive Leistung spiegelt sich in den Zahlen wider: Mit einem xGA-Wert von 52.9 (Platz 12) und einem xGA pro Schuss von 0.105 (Platz 2) zeigt das Team eine solide defensive Struktur, die zwar viele Schüsse zulässt, aber deren Qualität effektiv begrenzt. Die 55 Gegentore (Platz 12) unterstreichen, dass das defensive Konzept trotz seiner passiven Ausrichtung funktional ist und dem Team ermöglicht, in kritischen Räumen kompakt und schwer überwindbar zu agieren.

Fazit und Ausblick auf die Amtszeit beim VfL Wolfsburg

Taktische Synergien mit dem Wolfsburger Kader

Paul Simonis‘ Wechsel zum VfL Wolfsburg eröffnet vielversprechende taktische Perspektiven, die auf einer optimalen Verzahnung seiner bewährten Spielphilosophie mit den vorhandenen Personalressourcen basieren. Sein charakteristischer Ansatz der Vertikalität in Kombination mit zentrumsnah besetzten Flügelspielern harmoniert außerordentlich gut mit dem Profil der Wolfsburger Flügelstürmer. Spieler wie Amoura, Tomas und Wimmer verkörpern jenen Typus des eingerückten Flügelspielers mit Tiefgang, den Simonis‘ System zur vollen Entfaltung benötigt. Ihre Fähigkeiten im technischen, sowie athletischen Bereich erfüllen die Kombination aus Ballkontrolle und Vertikalität im Spiel von Simonis. Aus dem Halbraum heraus zu agieren und durch Tiefenbewegungen Räume zu kreieren, entspricht präzise den taktischen Anforderungen seiner 2-2-2-4 Staffelungen im Ballbesitz.

Zentrale Achse und Wandspielkonzept

Besonders interessant wird die Konstellation mit Jonas Wind als zentralem Stürmer. Wind besitzt die technischen Fertigkeiten und das Spielverständnis, um als Wandspieler zu fungieren und die eingerückten Flügelstürmer in einer Rolle als Verbindungsstation einzusetzen. Diese Kombination ermöglicht es, Simonis‘ bevorzugte vertikale Durchbrüche effektiv zu gestalten, da Wind sowohl Bälle halten als auch weiterleiten kann, während die Flügelspieler aus dem Halbraum heraus ihre Tiefenläufe initiieren.

Evolution des Pressingsystems

Ein signifikanter Entwicklungsschritt ist in Simonis‘ Pressingstrategie zu erwarten. Während er bei Go Ahead Eagles das hohe Pressing eher mied und strukturelle Limitationen der 4-4-2 Formation akzeptierte, findet er in Wolfsburg Spieler vor, die physisch und athletisch auf einem deutlich höheren Niveau agieren. Spieler wie Arnold und Dardai verfügen über die athletischen Voraussetzungen, um ein intensiveres Mittelfeldpressing zu implementieren und die chronische Unterzahl im Zentrum zu kompensieren. Diese personellen Ressourcen ermöglichen es Simonis, sein Pressingsystem zu vertiefen und etwas weniger passive Defensive zu praktizieren.

Anpassung der Grundausrichtung

Trotz dieser evolutionären Entwicklungen ist zu erwarten, dass der VfL Wolfsburg unter Simonis weiterhin häufiger in tieferen Blöcken agieren wird. Die Einbindung aller Spieler in die Defensivarbeit, insbesondere der Flügelspieler, wird ein zentrales Element der neuen taktischen Ausrichtung darstellen. Diese Herangehensweise entspricht Simonis‘ bewährter Philosophie der kollektiven Defensivarbeit und der Raumkontrolle vor Ballgewinn.

Gamemanagement und taktisches „Add-on“

Der erweiterte Ballbesitzstil von Simonis, der horizontale Ballzirkulation als Grundelement integriert, dürfte dem aktuellen VfL-Kader besonders zugutekommen. In der sonst sehr vertikal ausgerichteten Spielanlage unter den Ex-Trainern Hasenhüttl und Kovac kann diese taktische Erweiterung einen entscheidenden Mehrwert in puncto Gamemanagement generieren. Die geduldige Ballzirkulation ermöglicht nicht nur bessere Kontrolle über Spielrhythmus und Ballbesitzphasen, sondern auch eine geeignetere Ressourcenverteilung hinsichtlich Fitness, Kondition und Frische über die gesamte Spielzeit.

Vorfreude auf Simonis

Die Konstellation aus Simonis‘ taktischem Stil, den verfügbaren Personalressourcen und der Möglichkeit zur systematischen Weiterentwicklung seiner Spielphilosophie lässt eine erfolgreiche Amtszeit in Wolfsburg erwarten. Die Kombination aus strukturiertem Ballbesitzfußball, intelligenter Raumaufteilung und einer angepassten Defensivstrategie könnte dem VfL Wolfsburg zu einem taktischen Mehrwert verhelfen, die sowohl spielerisch ansprechend als auch ergebnisorientiert effektiv ist.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich Simonis erst im zweiten Jahr seiner Laufbahn als Cheftrainer befindet und bei seiner Station Go Ahead Eagles eine beträchtliche Anlaufzeit benötigte, bis seine Mannschaft vollständig verstand, wie er Fußball spielen lassen möchte. In Wolfsburg dürfte er jedoch aufgrund der hohen verfügbaren Trainingszeit – ohne Dreifachbelastung – und der medialen Ruhe im Umfeld die nötige Zeit erhalten, seinen Fußball zu entwickeln und implementieren.

Spannend wird letztendlich sein, wie der Kader am Ende der Transferperiode tatsächlich aussieht. Die zahlreichen Transfergerüchte um nahezu jeden Offensivspieler des aktuellen Kaders machen es schwierig zu antizipieren, wie die Spielzeit verlaufen wird. Sollten offensive Schlüsselspieler wie Wind, Amoura, Tomas oder Wimmer den Verein verlassen, müsste die taktische Bewertung entsprechend angepasst werden. Bleibt jedoch der Status Quo im Wesentlichen erhalten, ist die Prognose für Simonis‘ erste Saison in Wolfsburg durchaus positiv.

Die Kombination aus dem kontrollierten Ballbesitzfußball, hohen Spieltempo und einer angepassten Defensivstrategie könnte dem VfL Wolfsburg zu einer taktischen Identität verhelfen, die sowohl spielerisch ansprechend als auch ergebnisorientiert effektiv ist.

Eine Analyse von @denizguelr.

Eine Antwort zu „Paul Simonis: Endlich der passende Trainer für die Wölfe?”.

  1. Avatar von false10
    false10

    Ich bin gespannt, wie sich Wolfsburg in der kommenden Saison präsentiert. Paul Simonis bedeutet eine Abkehr von Hasenhüttls Pressingfokus.
    Mit Zehnter haben sie ein spielstarken Außenverteidiger geholt, der in Paderborn als Schienenspieler aber gewohnt war, keine großen Wege zurück machen zu müssen. Lindstrøm war in Frankfurt bei Glasners hohem Pressing erfolgreich und hat sich Napoli und Everton nicht durchsetzen können. Vini Souza ist ein Zerstörer, der sich nicht durch kreatives Passspiel ausgezeichnet hat, somit liegt die Verantwortung im defensiven Mittelfeld weiterhin bei Arnold.
    Ähnlich wie in Gladbach ist der Kader für mich ein Gemisch aus Pressing- und Ballbesitzspielern, das nicht so recht zusammenpasst. Zumindest verfolgt Simonis aber eine eindeutige Spielidee. Es wird essentiell sein, dass Majer die Saison möglich lange fit bleibt. Und wie es aussieht bleiben Wimmer und Amoura, da es zuletzt keine Wechselgerüchte gab. Wenn die drei zur Verfügung stehen, sehe ich das Potential für das obere Tabellendrittel, denke aber es wird eher eine Übergangssaison im Mittelfeld.

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